Jeder kennt die Diskussionen ums Taschengeld, entweder aus eigener Erfahrung oder weil man gerade dabei ist diese Diskussion mit seinen Kindern oder Eltern zu führen.
Normalerweise will keine Partei in dieser Taschengeld Diskussion klein bei geben, denn sonst würde dies, zumindest aus Eltern Sicht, unzähligen weitern Forderungen Tür und Tor öffnen.
Da aber jedes Kind den Umgang mit Geld kennenlernen muss und natürlich ohne Geld im täglichen Leben auch nicht mehr allzu weit kommt sollte es früh sein eigenes Taschengeld bekommen. Wie viel das am Ende ist, versuchen wir hier mit einer Taschengeldempfehlung zu klären.
Wie hoch muß das Taschengeld sein? Welcher Taschengeld-Betrag ist angemessen?
Natürlich kann man in Geldfragen keine allgemein gültige Taschengeldtabelle präsentieren und alle sind glücklich. Leider ist bei der Frage des Taschengeldes die finanzielle Lage und das Einkommen der Familie ausschlaggebend.
Daher an dieser Stelle ein Appell an die Kinder, die jetzt ihr Taschengeld verhandeln wollen.
Haben eure Eltern wenig Geld zur Verfügung und wird auch bei den täglichen Einkäufen versucht zu sparen, dann ist euer Spielraum für ein Taschengeld äusserst begrenzt. Nicht jeder verdient gleich viel und kann daher wöchentlich oder monatlich auf den selben Geldbetrag verzichten wie ihn vielleicht eure Freunde bekommen.
Um die Verhandlungsposition der Kinder vorab noch ein bisschen zu schwächen, ein weit verbreitetes Gerücht vorab: Es gibt leider keine gesetzliche Verpflichtung zur Auszahlung von Taschengeld!
Jedoch gibt es von verschiedenen Seiten Empfehlungen zur Höhe des Taschengeldes, so kann man sich an den Taschengeldbeträgen der Heime in Berlin orientieren.
Kinder zwischen 4 und 5 Jahren bekommen ein Taschengeld von ca. 6€.
Wenn man sich hier in einem Rahmen von 5-10€ im Monat bewegt ist man mit Sicherheit im grünen Bereich.
Mehr sollte ein Kind in dieser Altersklasse nicht bekommen, da es sonst früh den Bezug zum Geld verliert und ohnehin noch kaum Ausgaben hat. Mehr Taschengeld würde in diesem Alter nur zu unglaublichen Mengen an Sammelbildern und Süßigkeiten führen, die am Ende noch den Neid der Spielkameraden wecken.
Nach der Einschulung beläuft sich der Durchschnittswert auf 14,07€. Wenn man nach der Einschulung seinem Kind dann zwischen 10 und 15€ im Monat anvertraut ist das ein ausreichender und gerechter Betrag. Luft nach oben ist in diesem Fall natürlich Verhandlungssache. Trifft man mit seinem Kind die Abmachung, dass man ihm mehr Geld überlässt, es dafür aber auch selbständig seine Materialien für die Schule kauft hat man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Das Kind verfügt über einen Betrag mit dem es sich zufrieden geben kann und man gibt eine weitere Zeit fressende Aufgabe, das Einkaufen von Blöcken und Tintenpatronen, an das Kind ab. Dadurch fördert man dessen Selbständigkeit und den verantwortlichen Umgang mit Geld.
Spätestens ab der 5ten Klasse sollte sich das Taschengeld wieder erhöhen. Besser wäre eine gestaffelte Anhebung des Taschengeldes mit jedem Jahr. Der durchschnittliche Taschengeld-Betrag beläuft sich für Heime in Berlin auf 28,15 €. Daher die Empfehlung zu einem Betrag zwischen 25 und 35€ monatlich. Das Kind beschreitet nun einen neuen Lebensabschnitt hin zum Jugendlichen wozu natürlich auch andere Freizeitaktivitäten wie Kino, Eis essen und bummeln gehören. Das man daran natürlich nur mit dem nötigen Kleingeld teilnehmen kann ist klar.
Ab der Pubertät sollte das Taschengeld wieder angehoben werden. Und zwischen 40 und 60€ liegen. Viel mehr als 50€ monatlich sind aber überzogen und fördern nur den verschwenderischen Umgang mit Geld. Verfügt ein Jugendlicher in diesem Alter über zu viel Geld, werden unnötig viele Markenartikel, iPods und Trendaccessoires gekauft die alle in der Ecke landen sobald der nächste Trend vor der Tür steht. Jugendliche definieren sich in dieser Zeit stark über Produkte und Marken, was bei einer laxen Handhabung des Taschengeldes sehr schnell sehr teuer werden kann.
Ab dem Zeitpunkt, ab dem die Jugendlichen verstärkt Abends ausgehen und viel unternehmen aber auch für die Schule mehr Materialien brauchen, kann man das Taschengeld ein weiteres mal anheben. Ab 17 Jahren liegt der Durchschnittswert beim Taschengeld bei 65,68€ und sollte daher zwischen 50 und 80€ liegen. Kann man es sich leisten und ist der/die/das Kind/Jugendliche/Erwachsene auf ein Auto angewiesen, dürfen es auch die 100€ sein. Dann muss aber auch entsprechen der gefahrenen Kilometer getankt werden.
Jede Summe die über den Durchschnitt hinaus geht sollte mit entsprechenden sinnvollen Pflichtausgaben für den Jugendlichen gekoppelt sein.
Beispiele wären hierfür: Das Kind bekommt das Geld für die Monatsfahrkarte, ob es sich davon die Fahrkarte kauft oder in Zukunft lieber mit dem Fahrrad fährt bleibt ihm überlassen.
Das Kind bekommt das Geld für Material in der Schule: Gewisses Budget für Stifte, Tinentpatronen und Hefte aber das Kind darf entscheiden ob es die teuren Markenstifte sind oder es auch der No-Name Stift tut und somit am Ende etwas Geld übrig hat.
Auf diese Art lernt das Kind mit seinem Geld umzugehen und muss bei unklugen Investitionen einen Monat mit seiner Entscheidung leben, bevor es das nächste Geld gibt.
Kommt das Kind oder der Jugendliche partout nicht mit seinem Taschengeld aus, ist es jedoch ratsam so früh wie möglich einen kleinen Nebenjob zum aufbessern zu suchen.
Auf diese Weise verdient das Kind zusätzliches Geld, versteht aber auch wie lange und wie viel man arbeiten muss um einen gewissen Geldbetrag zu erwirtschaften.
Nebenjobs können bei jungen Kindern noch Arbeiten im Haushalt und dann relativ zeitig Tätigkeiten wie Zeitungsaustragen und Rasenmähen sein.
Um das gesagte noch einmal in einer kleinen Taschengeldtabelle zusammenzufassen gibt es hier die Übersicht:
| Vorschule / Kindergarten (Alter 4-5 Jahre) : | 5 – 10 Euro |
| Einschulung bis 4. Klasse (Alter 6-9 Jahre): | 10 – 15 Euro |
| Weiterführende Schule oder 5.Klasse (10-13 Jahre): | 25 – 30 Euro |
| Pubertät (14-16 Jahre): | 40 – 60 Euro |
| Oberstufe oder 11.Klasse (17-18 Jahre): | 50 – 100 Euro |
Je nach Einkommen sollten diese groben Richtwerte aus der Taschengeldtabelle angepasst werden. Jedoch sollte man nicht um mehr als 50% nach oben oder unten davon abweichen. Dies ist gerade bei Eltern mit sehr hohem Einkommen oft schwierig da man die Tendenz hat lieber zu viel zu geben. Man muss aber daran denken, dass die Kinder früher oder später mit dem eigenen Geld auskommen sollten und das natürlich auch lernen müssen.
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