Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?

von Jan am 23. August 2010 · 1 Kommentar

Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?, 9.0 out of 9 based on 1 rating

Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann? Niemand! Und wenn er kommt? Dann rennen wir!

Wer kennt es nicht, das in der Schule beliebte Spiel: “Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann”? Doch woher kommt dieses Spiel eigentlich und vor allem, wie kam der Name zu Stande? Immerhin könnte man heute meinen, dass der oben beschriebene Spieldialog leicht rassistisch klingt.

Bei dem Spiel “Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann” stehen die Kinder dem Fänger, der den Schwarzen Mann spielt, auf der anderen Seite einer Turnhalle oder eines Platzes gegenüber. Dann ruft der Fänger: “Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?”, worauf die Kinder antworten: “Niemand”. Darauf erwidert der Schwarze Mann: “Und wenn er kommt?”. Und die Kinder schreien: “Dann rennen wir” und tun dies dann auch. Das Ziel einer jeden Spielrunde ist es, die andere Seite des Spielfeldes zu erreichen, ohne vom Schwarzen Mann gefangen zu werden. Alle Spielteilnehmer, die vom Schwarzen Mann berührt werden, wechseln ihre Rolle und werden nun auch zum Fänger ergo dem Schwarzen Mann. Mit jeder Runde wird es schwerer den Klauen des Schwarzen Mannes zu entgehen. Es wird so lang weitergespielt, bis nur noch ein Kind übrig ist und als Sieger aus dem Spiel hervorgeht.

Soviel zu den Spielregeln. Aber woher kommt nun eigentlich der Spruch?

Schriftlich wurde das Spiel das erste Mal in Franz Magnus Böhmes Sammlung “Deutsches Kinderlied und Kinderspiel” aus dem Jahre 1897 erwähnt. Dort ist zu lesen, dass der “Schwarze Knab” als ein Sinnbild für den Tod (oder auch die Pest) steht, der sich unter die Menge mischt und einen nach dem anderen wegführt, sodass sich die Pest und der Tod immer mehr ausbreiten. Im Mittelalter gab es die Pest- und Totentänze, bei denen der Schwarze Knab die Massen an der Hand hinter sich herführte. Daraus hat sich im Laufe der Zeit schließlich ein Kinderspiel entwickelt, bei dem der Schwarze Mann bildlich für eine Kinderschreckfigur steht, die durch ihr gruseliges Wesen und ihre dunkle Kleidung bei den Kindern ein Gefühl der Angst erzeugt.

Das Spiel gab es also schon lange Zeit vor der Nazidiktatur bei dem sich das “schwarz” keinesfalls auf die Hautfarbe, als vielmehr auf den Tod oder eine finstere Gestalt bezieht.

Dennoch wird in vielen Schulen beim Spielen des Fangspiels aus Gründen der politischen Korrektheit mittlerweile oft nur noch vom “bösen Mann” gesprochen, um Missverständnisse zu vermeiden.

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Links zum Thema:

volksliederarchiv.de
glaubenswachstum.blogspot.com
spiegelschriften.wordpress.com
doc-germanicus.net

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