19. June 2013

Was ist Religion 2.0?

Jesus

Die Religion ist fast so alt wie die Menschheit. Schon unsere Urahnen beteten ihre Götter an. Das Gottesbild änderte sich in der Geschichte. Religionen und Glaubensüberzeugungen wandelten sich. Der Ursprung und der Schöpfer wurden immer wieder neu ausgelegt. Bis zu unserer heutigen Zeit. Fast alle Menschen unserer Welt gehören einer Religion an. So waren dies im Jahr 2000 gut 33 Prozent Christen (gesamt), knapp 20 Prozent Moslems, etwa 14 Prozent Hindus und etwa 6 Prozent Buddhisten. Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Religionen, die auf der Welt gelebt werden. Neben der Veränderung der Religionen, wandelt sich zunehmend die Gesellschaft. So konnten die Gläubigen bis in jüngster Vergangenheit ausschließlich mit ihrem Gott in Verbindung treten, sobald sie sich in einem Gotteshaus aufhielten, sich mit einem Priester austauschten oder selbst in sich gingen und mit ihrem Gott in Gedanken kommunizierten.

Genau dies hat sich geändert. Auch die Kirche hat die Kommunikationskanäle unserer Zeit entdeckt. Das Zauberwort heißt Web 2.0 oder besser gesagt „Social Media“. Diese neue Technologie ermöglicht es Nutzern solcher Dienste sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu gestalten. Somit können Kirchen ihre Anhänger stärker binden und neue potentielle Mitglieder erreichen. Den Kirchen werden gleich mehrere Kanäle geboten. Einer der am weitesten Verbreitesten Kanäle stellt Facebook dar. Hier können Gläubige „Fan“ von ihrem Gott werden und ihn dementsprechend „liken“. So hat die Fanpage „Jesus Daily“ über 14.Mio Fans. Somit kann die Institution täglich News an die Fangemeinde schicken. Als eine Art „Abwandlung“ von Facebook könnte man MuslimSocial beschreiben. Hier können sich gläubige des Islams ähnlich wie auf Facebook vernetzen und sich untereinander austauschen. Neben Facebook wird die Video-Streaming-Plattform Youtube oftmals eingebunden. Es wird dem Gläubigen ermöglicht Kanäle zu abonnieren. Kein geringerer als der Papst, das weltliche Oberhaupt der Katholischen Kirche, hat einen eigenen Youtube-Kanal. Hier werden kurze Reden des Oberhauptes in die Welt hinausgetragen. Neben Facebook und Youtube wird auch fröhlich Twitter genutzt. So ist der Abt von Einsiedeln ein Twitter-User, der täglich gleich mehrere Tweets hervorbringt. Neben den Kanälen Youtube, Twitter und Facebook haben die Gläubigen zudem noch die Möglichkeit mit ihrem Gott über Spiele, Apps und zahlreiche Homepages in Verbindung zu treten. So verpassen treue Gläubige mit GodTube keine Predigt mehr. Mit der App iGod ist es sogar möglich mit der höchsten Instanz persönlich zu plaudern. Neben dieser App gibt es noch zahlreiche weitere auf den Plattformen von Apple und Google zum downloaden. Es gibt zum Beispiel das Catholic Mass Guide & Missal oder das App für das Abendgebet. Neben all diesen neuen Kanälen können Kirchen noch weiter aufrüsten. So ist es heutzutage möglich den einst selbst erstellten Gemeindebrief mit Vordrucken zu füllen. So gibt es mittlerweile Zahlreiche Anbieter für solche Prints, wie zum Besipiel  http://www.pfarrbrief.de/materialien/Bilder.html?query=Jesusbilder. Ein weiterer Punkt ist die Emotionalisierung der Religion. So können die Kirchen mit ihrer Social-Media-Offensive neben reinen Text, wie es in Schriften möglich war, ganze Videos der Anhängerschaft zugänglich machen. Dies stellt eine ganz neue Möglichkeit dar, die Menschen anzusprechen.

Vielleicht ist die Möglichkeit über die zahlreichen Social-Media Kanäle mit der Glaubensgemeinschaft oder dem eigenen Gott zu kommunizieren nur ein neuer Weg gläubig zu sein, oder zu bleiben. Denn in der Zeit in der wir uns befinden, arbeitet jeder mindestens 38 Stunden in der Woche. Feierabends kommen dann noch andere Verpflichtungen hinzu. Da bleibt meist keine Zeit sonntags in die Kirche zu gehen. Daher können vielleicht die Smartphones und Social Media etwas Abhilfe verschaffen um mehr Zeit mit dem eigenen Gott zu verbringen.

 

Bildquelle:dorena-wm (Flickr CC BY-SA 2.0)

 

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