Ein gemütlicher Abend mit einem Fläschchen Wein vor dem Kamin, ein guter Film und unsere treue Katze Tinkabell, die sich zufrieden von uns die Ohren kraulen lässt und dabei zufrieden vor sich hin schnurrt. Nicht immer ist das Schnurren auch tatsächlich zu hören, aber wir können es zumindest fühlen und es beschleicht uns ein wohliges Gefühl der inneren Ruhe und Ausgeglichenheit. Aber warum schnurren Katzen eigentlich und drückt es wirklich nur ein Gefühl der Zufriedenheit aus?
Tierärzten zu Folge hat das Schnurren erst einmal eine rein pragmatische Funktion der Kommunikation. Neugeborene Kätzchen können ab dem zweiten Tag ihrer Geburt dieses charakteristische Geräusch erzeugen und damit der Mutter signalisieren, dass alles in Ordnung ist. Oftmals schnurrt die Mutter dann zurück, um ihrem Nachwuchs ein Gefühl der Sicherheit zu geben.
Es gehört also definitiv zu dem Kommunikationssystemen und geschieht in den unterschiedlichsten Situationen. Wenn die Katze älter wird, verändert sich auch die Bedeutung des Schnurrens und muss verschieden gedeutet werden. Beispielsweise schnurren einige Katzen um ihre Zufriedenheit und ihr Vertrauen zu signalisieren, andere hingegen schnurren aus Angst und Unsicherheit. Auch sehr kranke Katzen oder werfende Katzen erzeugen dieses Geräusch aus noch unbekannten Gründen. Es ist zudem üblich, dass viele Katzen kurz vor ihrem Tod anfangen zu schnurren. Dieses letzte Signal könnte einerseits Anzeichen für große Angst oder auch Euphorie sein, ein Gefühl, das ebenfalls bei sterbenden Menschen beobachtet wird.
Verhaltensforscher glauben, dass Katzen sich in stressigen Situation mit ihrem Schnurren selbst beruhigen ähnlich wie wenn Menschen anfangen zu summen, wenn sie nervös sind. Ängstliche Katzen schnurren vermutlich, um ihre Unterwürfigkeit und Wohlgesonnenheit anderen Artgenossen gegenüber zu signalisieren. Ältere Katzen schnurren, um das Vertrauen anderer Katzen zu gewinnen und andere zum Spielen zu animieren.
Die neuste Theorie besagt, dass das Schnurren eine Ursache von Endorphinen ist, die durch chemische Vorgänge im Gehirn bei Angst, Schmerz und Freude freigesetzt werden. Das würde auch die ambivalenten Gefühlssituationen erklären, in denen das Schnurren auftritt.
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