Zwei Mal im Jahr stellt man sich immer wieder die Frage: Wie muss ich die Uhr denn nun stellen? Eine Stunde vor oder eine Stunde zurück? Und wieso wird das überhaupt gemacht?
Die Antwort auf diese Frage könnte uns der amerikanische Politiker und Erfinder Benjamin Franklin liefern, der sich zu seiner Zeit überlegt hat, dass es Sinn machen würde, die Uhr im Sommer um eine Stunde vorzustellen. Das hat den Effekt, dass es dann morgens zwar eine Stunde länger dunkel ist, aber dafür hat man am Abend auch eine Stunde länger Zeit, um draußen herumzuschwänzeln und den sommerlichen Abend zu genießen. Franklin hat sich damit überlegt, dass man auf diese Art und Weise viel Geld und Energie sparen könnte, wenn man das Tageslicht im Sommer besser ausnutzt und somit Strom spart.
Dieses Konzept wurde auch von Deutschland hin und wieder phasenweise übernommen und hat vor allem in den Jahren nach dem 2.Weltkrieg Sinn gemacht, als die Menschen darauf bedacht waren, Strom zu sparen.
In den 70er Jahren folgte dann eine gewisse Erdölknappheit, die andere Länder, die kein Erdöl produzierten, ebenfalls darüber nachdenken lies, wie man Energie sparen kann. Als einfachste Lösung wurde dann wieder die Zeitumstellung in Erwägung gezogen. Deshalb stellt man nun auch in Deutschland die Uhr jedes Jahr am letzten Wochenende im März und im Oktober um jeweils eine Stunde um.
Damit die Deutschen aber nicht ständig auf einer anderen Uhrzeit sind als ihre Nachbarn Spanien, Schweiz, Niederlande und Co. haben sich die Europäer 1996 auf eine einheitliche Mitteleuropäische Zeit (MESZ) geeignet. Demnach werden in allen europäischen Ländern am letzten Sonntag im März die Uhren in der Nacht von 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt. Im Sommer verlieren wir also eine Stunde.
Zu Beginn der Winterzeit im letzten Sonntag des Monats Oktober wird die Uhr dann schließlich wieder von 3 Uhr auf 2 Uhr nachts zurückgestellt und wir dürfen wieder eine Stunde länger schlafen. Wer trotzdem immer wieder vergisst, ob die Uhr denn nun vor oder zurück gestellt wird, der kann sich die Regel mit diesem einfachen Merksatz einprägen:
Im Sommer stellt der Wirt die Tische und Stühle vor seine Kneipe.
Im Winter holt er sie zurück.
Ob die Zeitumstellung tatsächlich Energie und Geld spart, wagen einige Kritiker allerdings zu bezweifeln. Denn was man abends im Sommer an Strom spart, muss man ja genauso gut am Morgen wieder investieren, es sei denn man möchte nach dem Aufstehen noch ein wenig im Dunkeln tappen bzw. im Frühling und Herbst frieren und die Heizung auslassen.
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Bildquelle: Earls37a (Flickr CC BY-SA 2.0)





