Die Angebote an billigen Flügen quer durch Europa und im Inland reißen nicht ab, ständig wird man mit Werbung konfrontiert, in der versprochen wird für günstige 99€, 19€ oder gar 99 Cent an seine Wunschziele zu kommen. Aber wie rechnen sich solche Angebote mit Dumpingpreisen für die Fluggesellschaften? Dazu stellt sich vielen Menschen die Frage: Sind billige Airlines genauso sicher wie renommierte Gesellschaften?
Wie sind solche Dumpingpreise möglich?
Billigfluglinien konzentrieren sich in erster Linie ausschließlich auf den einfachen Personentransport. Dabei ist es das Ziel, so günstig wie möglich von A nach B zu kommen – fliegt man nun mit einer Fluglinie wie z.B. Ryanair, Germanwings oder ähnlichen, dann bedeutet dies aber nicht, dass man immer ein Ticket zu solch günstigen Konditionen erhält.
Die Dumpingpreise aus der Werbung sind zwar wirklich so billig, aber die Anzahl der Sitzplätze zu diesen Konditionen ist stark beschränkt und zumeist den Frühbuchern vorbehalten. Jemand der also kurzfristig mit einem Billigflieger günstig reisen möchte, hat oft weit höhere Ticketpreise zu zahlen, als wenn der vergleichbare Flug sechs Monate im Voraus gebucht wird. Trotzdem sind die Preise meistens noch um einiges günstiger als bei Flügen von etablierten Airlines, dies liegt u.a. an folgenden Punkten:
- Fehlende Serviceleistungen wie z.B. Getränke und Mahlzeiten während des Fluges (spart Personal- u. Materialkosten), diese sind meist nur gegen Bezahlung erhältlich
- Vertriebsstruktur: Tickets werden hauptsächlich online gebucht, dies spart Reisebürokommissionen und u.a. Mieten für eigene Geschäftsräume und Personalkosten
- Zusatzgebühren für Buchungen per Telefon oder mit Kreditkarten
- Heimatflughäfen von günstigeren Airlines sind zumeist regionale Flughäfen (z.B. Frankfurt-Hahn), deren Gebühren für Starts und Landungen wesentlich günstiger sind als die der großen internationalen Flughäfen (z.B. Frankfurt, München oder der neue Flughafen Berlins – mehr dazu unter Flight Berlin), außerdem ist es Ziel die Flugzeuge im Heimatflughafen abzustellen, da die Standgebühren dann am niedrigsten sind
- Maschinen des selben Flugzeugtyps: dies verringert Wartungs-, Reparatur- und Trainingskosten und Neuanschaffungen können in größerer Stückzahl erfolgen mit höheren Rabatten
- Auslastung der Flugzeuge gewährleisten: Verringerung der Sitzabstände ermöglich eine höhere Anzahl an Passagieren, werden zudem unrentable Strecken schnell gestrichen und die Möglichkeit der Überbuchung gegeben, so sind die Flugzeuge meist zu mind. 90% belegt – auch die Aufenthalte sollen nicht länger als 30 Minuten dauern, da ein am Boden stehendes Flugzeug kein Geld verdient
- Geringe Gepäckmenge erlauben: weniger Gepäck bedeutet weniger Gewicht – dies wiederum einen geringeren Kerosinverbrauch
Stellt sich noch die Frage ob die Billigairlines auch genauso sicher sind wie die Anderen. Jede Airline sagt von sich, dass an der Sicherheit natürlich nicht gespart wird, aber auch die Sicherheit ist natürlich ein Punkt, an dem gespart werden kann, dies können die großen Airlines aber auch …
Mit all diesen und noch weiteren Punkten ist es den Billigfluglinien also möglich die eigenen Kosten so weit zu drücken, dass ein Vorteil zu den Preisen der teureren Konkurrenz entsteht und günstige Angebote wie aus der Werbung zustande kommen.
Bildquelle: puddy_uk |flickr CC BY 2.0
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