Wer beim Wellenreiten oder Strandurlaub schon mal Meerwasser schlucken musste, wird wissen, dass dies eine sehr unangenehme Erfahrung war und Salzwasser definitiv nicht zum Trinken geeignet ist. Die Frage jedoch ist, wieso die Meere dieser Welt überhaupt salzig sind und wie das Mineral dort hineingelangt.
Unsere Landmassen, die aus verschiedenen Gesteinsschichten bestehen, sind vollgepackt mit Mineralien, die durch den in den Boden versickernden Regen gelöst werden und an die Oberfläche spülen. Das dabei angesammelte Wasser in Form von Bächen und Flüssen enthält demnach die gleiche Zusammensetzung an Kalium, Kalzium, Silizium und Natrium-Chlorid (besser bekannt als Kochsalz), die sich auch in den Weltmeeren befindet. Das sogenannte Süßwasser enthält jedoch eine so geringe Menge an Salzen, dass man sie gar nicht schmecken kann und wir die salzige Fracht nicht wahrnehmen.
Münden die Flüsse aber irgendwann im Meer, werden die Mineralien dort in gelöster Form freigesetzt und jährlich landen dadurch Millionen Tonnen Salz in unseren Gewässern. Das Salz lagert sich am Meeresboden ab (Sedimentierung) und wird auf verschiedenste Arten eingelagert oder abgebaut, sodass der Salzgehalt nicht mehr steigt, sondern sich bei einem Wert von ca. 3.5% einpendelt. Die restlichen 96.5% der Wassermassen bestehen aus reinem Wasser.
Trotzdem gelangt ständig neues Salz ins Meerwasser. Durch den Wasserkreislauf verdunstet das Meerwasser, das Salz bleibt zurück, es entsteht neuer Regen, der auf den Landmassen versickert und neue Mineralien werden zurück ins Meer gespült. Auch Unterwasservulkane („Black Smoker“) speihen bis zu 400 Grad mineral-haltiges, heißes Wasser aus und sorgen für ständigen Nachschub des salzigen Minerals.
Trotzdem bleibt der Salzgehalt seit etwa 250 Millionen Jahren konstant. Grund dafür sind neben der Sedimentierung kleine Meeresbewohner wie Fische, Korallen, Muscheln und andere Mikroorganismen. Sie bauen Salz in ihre Skelette und Schalen mit ein. Wenn sie sterben, sinken die Tierchen zum Ozeanboden ab und das gespeicherte Salz wird wieder abgelagert und von neuen Schichten überdeckt. Auch Wind trägt zum Abbau von Salzen im Meer bei. Dieser bläst Meerwasser an die Küsten, wo es im Boden der Landmassen versickert und Salz herausgefiltert wird.
Trotzdem ist der Salzgehalt nicht überall gleich. An Flussmündungen ist das Wasser beispielsweise weniger salzig und auch von Meer zu Meer gibt es gewaltige Unterschiede. Während die Ostsee gerade einmal 2% Salzgehalt hat, kann man sich im Toten Meer getrost auf der Wasseroberfläche treiben lassen und nebenbei gemütlich Zeitung lesen. In diesem Binnenmeer liegt der Salzgehalt bei 28% und ist damit der höchste weltweit.
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