Die Goldpreise sind in letzter Zeit stetig gestiegen und erreichten letzte Woche ein neues Allzeithoch mit über 1600 US-Dollar pro Feinunze. So teuer war das Edelmetall (wenn man die Inflation mit einbezieht) seit 1980 nicht mehr. Wer angesichts dieser rasanten Entwicklung daran gedacht hat, seinen Familienschmuck oder ein Erbstück bei einem der heute so zahlreichen Händler in klingende Münze zu verwandeln, der ist dabei vielleicht auch über das Wort Karat “gestolpert”:
Karat, das ist nämlich ein Maß für die Feinheit von Gold-Legierungen: 24 karätig bedeutet zu 100 Prozent Gold, ganz fein! Weniger rein ist 18 karätiges Gold, das zu 75 Prozent aus Gold besteht. In 14 karätigem Gold beträgt der Edelmetall-Anteil dann nur noch 58,5 Prozent. Übrigens wird auch die Güte und der Wert von Diamanten nach Karat gemessen: Ein Karat entspricht einem Gewicht von 0,205 Gramm – einem in früheren Zeiten gebräuchlichen und weit verbreiteten Maß.
Jetzt in Gold investieren?
Viele denken in unsicheren Zeiten, wie aktuell während der Eurokrise, darüber nach, ihr Geld in Sicherheit zu bringen und in Gold zu investieren. Doch nun ist der Wert bereits sehr hoch und der Einstieg teuer. Schließlich könnten die Preise (die wie an der Börse auf und ab gehen) auch wieder sinken.
Zudem muss man bedenken, dass Goldmünzen und Barren keine Zinsen abwerfen. Die Rendite ergibt und berechnet sich allein aus den Kursschwankungen! Auch lassen sich Banken oder andere Institutionen die Einlagerung von Gold Einiges kosten. Und wer will schon sein in Gold angelegtes Vermögen zu Hause unter dem Bett bunkern?
Doch vielen geht es aktuell nicht um Gewinne und Zinsen, sondern lediglich um Sicherheit und darum, ihr Geld vor Entwertungen zu schützen. Dabei flüchten sie in stabile Anlagen, in Sachgüter wie Gold oder Immobilien. Verluste sind hierbei weniger wahrscheinlich als bei ungedecktem Papiergeld (Fiatgeld), das mit Staatspleiten und Schuldenkrisen zu kämpfen hat.
Wie entwickelt sich der Goldpreis?
Dem hohen Goldpreis zum Trotz schätzen Experten, dass sich der Wert des Edelmetalls innerhalb der nächsten Jahre durchaus auf 2300 bis 3500 Dollar pro Feinunze erhöhen könnte. Wen man sich die Entwicklung des Goldpreises verinnerlicht, scheint ein Kurssturz langfristig gesehen auch eher unwahrscheinlich. Es ist jedoch durchaus möglich, dass die Preise für das Edelmetall wieder nachgeben, sollte es Europa und den USA gelingen, eine überzeugende Antwort auf ihre Schuldenproblematik zu geben. Dann laufen Anleger Gefahr, Verluste zu erleiden. Experten von Bloomberg erwarten bis 2014 einen Preisrückgang auf 1159 Dollar je Unze und empfehlen daher, nur einen Teil des Ersparten in Gold anzulegen.
Wie auch immer man sich entscheidet, ist es ratsam, sein gesamtes Vermögen in verschiedene Anlageformen wie Einlagensicherung, Aktien, Investmentfonds, Zertifikate, Staatsanleihen, Sachwerte und Fremdwährungen zu streuen.
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