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Anonym surfen im Web: Wie kann ich anonym im Internet surfen?

von harald am 4. November 2011 · 1 Kommentar

Anonymität ist ein Grundrecht, auch und gerade im Internet. Gerne würden Politiker, die sich das Internet selbst heute noch ausdrucken lassen, dieses Grundrecht durch User IDs oder Vorratsdatenspeicherung beschränken. Auch allzu neugierige Werbetreibende würden gerne wissen, wer am anderen Ende der Leitung auf ihre Produkte klickt. Doch oft ist es überhaupt nicht nötig ganz genau zu wissen wer da meinen Blog, meine Webseite oder meinen Shop besucht. Trotzdem arbeitet man aller Orts an der Totalüberwachung der User.

Wer kennt die Situation nicht, man schaut sich auf einer Webseite kurz die neuesten Laptops oder anderes Gerät an und promt bekommt man auf den verschiedensten Seiten genau dieses Produkt als Werbung eingeblendet. Oft bekommt man diese gezielte Werbung sogar noch Wochen nachdem man ein bestimmtes Produkt gekauft hat. Oder Youtube und andere Webseiten verbieten einem den Zugriff auf bestimmte Videos, weil sie irgendwie herausgefunden haben, dass man aus Deutschland oder sogar einer bestimmten Stadt kommt.
Ein bisschen gruselig ist es schon, jedoch ist die Technik die dahinter steckt ziemlich einfach auszutricksen, wenn man nur weiß wie. Wie man diese Youtube Sperre umgehen kann, haben wir ja schon in einem früheren Artikel geklärt, heute geht es aber um die totale Anonymität im Web.

Daher gibt es heute den ultimativen Guide zur Anonymität im Web!
Zu aller erst einmal muss geklärt werden, womit man denn überhaupt bestimmen kann wer ihr seid und woher ihr kommt.
Diese Identifikation und Markierung von Usern wird im Großen und Ganzen mit zwei Methoden vorgenommen, zum einen über die IP und zum anderen über Cookies.

Eine weitere aber für die Praxis zu komplexe Methode identifiziert User über den Browser und die individuell installierten Addons. Bei wenigen Usern sind die Addons, der Browser und das Betriebssystem in ihrer Kombination so einmalig, dass man diesen User bzw. diesen einen speziellen PC identifizieren kann. Da diese Methode der Identifizierung zu aufwändig ist und für die Mehrheit der User keine Ergebnisse liefern würde konzentriert sich der Guide zur Anonymität im Web auf die beiden ersten Methoden: Das verbergen der IP und entfernen von Cookies.

Anonym surfen: Cookies im Firefox löschen

Cookies sind zwar per se etwas sehr nützliches und sollten deshalb auch akzeptiert werden, sie sind aber auch ein mächtiges Werkzeug zur Überwachung von Usern wenn man sie nicht regelmäßig löscht. So kann prinzipiell jede Website ein kleines Cookie auf eurem PC speichern welches jedes mal abgerufen wird, wenn ihr wieder zu dieser Webseite oder einer Partnerseite geht.  In diesen Cookies kann vom kompletten Warenkorb, eurer Besucherhistorie oder einer eindeutigen User ID alles gespeichert werden. Diese Cookies sind auch dafür verantwortlich, dass man euch auf anderen Seiten erkennt und ihr diese speziell auf euch zugeschnittene Werbung gezeigt bekommt. Wollt ihr das nicht, müsst ihr dafür sorgen, dass euer Browser diese regelmäßig löscht. Am besten sollten Cookies nach dem Schließen des Browsers gelöscht werden. Unter Einstellungen–> Privatsphäre kann man dies im Firefox Browser einstellen:

firefox privatsphäre cookies

Cookies im Firefox löschen

Um aber wirklich anonym im Internet zu surfen reicht das löschen von Cookies nocht nicht aus. Hieru muss man sich mit dem Thema IP beschäftigen. Was eine IP genau ist und wie man seine eigene IP herausfindet, könnt ihr schon in diesem älteren Artikel nachlesen: Wie ist meine IP?

Die anonymisierung der eigenen IP kann man mit den verschiedensten Mitteln erreichen, so gibt es Proxy Server und Proxy Dienste. Im Prinzip liefern beide Methoden das selbe Resultat, nämlich dass die IP des Proxys und nicht eure eigene an den Webseitenbetreiber weitergegeben wird. Somit wird auch nur der Standort des Proxys bestimmt und nicht euer eigener.

Anonym surfen mit einem Proxy

Es gibt mittlerweile hunderte Listen mit Proxyservern, hier wird die IP und der Port der Proxyserver angegeben. Damit man einen solchen Proxy auch benutzen kann, muss man dies aber erst einmal seinem Browser sagen. Dieser muss natürlich erst einmal wissen, dass er in Zukunft nicht mehr direkt zu einer bestimmten Webseite gehen darf sondern die Anfrage über den Proxy schicken soll.
Bei der Auswahl der über Google zu findenden Proxys (einfach nach „Proxy list“ oder „anonymous proxy list“ suchen) ist es wichtig zu wissen worin der Unterschied zwischen den verschiedenen Proxys besteht.

  • Transparent Proxy – Bei einem transparenten Proxy kann die IP Adresse (deine) über einen Serverbefehl der HTTP_X_FORWARDED_FOR heißt, trotzdem noch abgerufen werden. Er bietet daher keine totale Anonymität, für Youtube Videos oder die Umgehung von personalisierter Werbung aber reichts durchaus.
  • Anonymous Proxy – Der Zielserver kann hierbei deine IP nicht mehr über den Proxy abfragen, da die Anfrage schlicht blockiert wird. Trotzdem weiß der Zielserver, dass die Anfrage über einen Proxy gekommen ist und könnte diesen in Zukunft durch das blockieren der Proxy IP einfach unterbinden.
  • Elite Proxy – Bei einem Elite Proxy (meist kostenpflichtig) kann der Zielserver den du versuchst zu kontaktieren, weder deine IP bestimmen noch feststellen, dass die Anfrage über einen Proxy gekommen ist.

Proxy für den Firefox einrichten

  1. Hast du eine Seite mit Proxy Servern gefunden, suchst du dir eine IP heraus die du gerade brauchst, in userem Beispiel ist es ein ELITE Proxy der seinen Ursprung in Russland hat. Eignet sich daher sehr gut um in Deutschland blockierte Videos anzusehen. Wenn du in den USA Filme sehen willst brauchst du einen Proxy aus den USA. Das ergebnis unserer Recherche ist dies: 92.255.18.219:3128
    proxy liste - proxy auswählen

    Einen Proxy aus einer proxy Liste auswählen

  2. Die IP des Proxys steht auf der linken Seite des Doppelpunktes und lautet 92.255.18.219 auf der rechten Seite befindet sich der Port, in unserem Fall der Port 3128.
  3. Im Firefox öffnet man nun die Einstellungen und klickt auf Erweitert (Zahnradsymbol), danach muss man den Reiter „Netzwerk“ öffnen und dort auf Einstellungen klicken.
    Proxy im Firefox einrichten

    Proxy im Firefox einrichten

  4. Im Menü, welches sich nun öffnet klickt man zunächst auf „manuelle Proxy Konfiguration“ und gibt unter http Proxy die IP an und unter Port den Port des Proxys ein.
    Im Firefox einen Proxy einrichten

    Im Firefox einen Proxy einrichten

  5. Mit einem Klick auf OK übernimmt der Browser die Einstellungen und man ist anonym im Internet unterwegs!

Wem das jetzt ein wenig zu kompliziert ist, der kann auch auf sogenannte Proxy Dienste zurückgreifen.

 

Anonym Surfen mit Proxy Diensten

Hierbei ruft man wie gewohnt eine Webseite auf, die einem wie bei Google ein Eingabefeld präsentiert. Hier gibt man jedoch keine Suchwörter ein, sondern die URLs der Zielseite. ein Beispiel für einen solchen Dienst ist z.B. hidemyass.com

proxy hidemyass

Hidemyass.com Proxy Dienst

Anonym surfen durch das Tor Netzwerk

Wer auf Nummer sicher gehen will oder muss (z.B. weil man Blogger in einem repressiven System ist) dann kann man auf das TOR Netzwerk zurückgreifen. Das Tornetzwerk ist ein Zusammenschluss von vielen vielen vielen Servern, die alle nichts anderes machen als deine ursprüngliche Anfrage an einen der TOR Server innerhalb des sog. Onion-.Netzwerks weiterzuleiten bis irgendwann einmal einer der TOR Server das Netzwerk verlässt und die Anfrage an die eigentliche Zielseite stellt.

Das Tor Netzwerk

Anonym durch das TOR Netzwerk

Bis dahin wurde die ursprüngliche Anfrage mehrfach weitergeleitet. Auf diese Weise ist es praktisch ausgeschlossen herauszufinden, von wem die Anfrage stammt. Selbst wenn man weiß dass der Aufruf von einem TOR Server kommt und man die Anfrage über ein paar Schritte zurückverfolgen kann (was das System eigentlich unterbindet) liegen zu viele Server zwischen Deiner Anfrage und dem Ziel.

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SecAno Dezember 20, 2011 um 23:08

Schöner Artikel :-)
Allerdings genügt es nicht die IP über Proxy zu verschleiern.
Der Browser verrät mehr über seinen Nutzer als man mit IP-Verschleierung verstecken kann.
Ich möchte deshalb auf die Webseite http://anondat.com aufmerksam machen.

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